Botswana, Südafrika, Grenzübergang, Limpopo, Martinsdrift

 NO COOKING! - Martinsdrift - 16.03.2015

Damit der bürokratische Akt an Grenzübergängen störungsfrei vonstatten gehen kann, sind einige wenige Verhaltensmaßregeln verständlicherweise unumgänglich. "KEINE LAUTE MUSIK" und "WAFFEN VERBOTEN" sind keine Seltenheit unter den Hinweisschildern an afrikanischen Landesgrenzen. Die Südafrikaner legen zudem besonderen Wert darauf, allen aus Botswana einreisenden Leuten mitzuteilen, daß das Zubereiten von schmackhaften Mahlzeiten im sensiblen Bereich der Passkontrolle unbedingt zu unterlassen sei. "NO COOKING" warnt ein ausnahmsweise noch nicht verrottetes Schild. Schade, denn beim Überqueren des Grenzflusses Limpopo überkam uns ein gewaltiger Heißhunger und wir hatten uns schon auf eine deftige Erbsensuppe gefreut, die wir uns vor den Augen der Staatsdiener schmecken lassen wollten. Diesen Tiefschlag kaum verdaut, entdecken wir ein weiteres Verbotsschild, mit dem die Regenbogennation ihren Ruf als gastfreundliches Land ernsthaft aufs Spiel setzt: "NO BATHING IN HANDWASHBASIN" Das erhoffte erfrischende Bad in dem mickrigen Waschbecken wird uns also auch noch verweigert, und das bei dieser Affenhitze. Frechheit!

Botswana, Gweta, Baobab, Planet Baobab Camp

Baobab, Gweta/Botswana - 15.03.2015

Eine der imposantesten Baumarten überhaupt ist der Baobab (Affenbrotbaum). In seinem dicken, tonnen-förmigen Stamm speichert er Wasser, was ihm in Trockenzeiten einige Rindennarben durch Wildtiere einbringt, die an die lebenswichtige Flüssigkeit ranwollen. Dennoch wird der Baobab, der ausschließlich in der Trockensavanne und da auch nur vereinzelt vorkommt, mehrere hundert Jahre alt.

Im Planet Baobab Camp, wo wir unser Nachtlager aufschlagen, stehen gleich 17 Exemplare. Obwohl sie nicht besonders hoch werden, strahlen sie aufgrund der immensen Stämme eine gewisse Geborgenheit aus. Besonders der ganz Dicke, denn der ist mit einer Zweimann-Hängematte ausgestattet.

Moremi Game Reserve/Botswana - März 2015

Botswana, Moremi Nationalpark, Hyänen

Moremi Nationalpark - 14.03.2015

Heute wird ein herrlich langer Tag. Eine Pirschfahrt im Moremi Nationalpark, der das östliche Okavango-Delta umfasst, steht an. Aufstehen um fünf Uhr morgens, mit Stirnlampen im Dunkeln das Dachzelt zusammenfalten, dann geht's los. Bereits die 30 km lange unbefestigte Zufahrtsstraße zum Naturschutzgebiet hält in der noch herrschenden Dunkelheit Überraschungen für uns bereit. Ein einsames Gnu trottet, von unseren Scheinwerfern getrieben, kilometerweit auf der Piste vor uns her. Mehrfaches Anhalten und Warten kann das Huftier jedoch nicht ermuntern, seitlich im Gebüsch zu verschwinden. Plötzlich tauchen zwei Hyänen aus dem Unterholz direkt vor uns auf. In der anbrechenden Morgendämmerung sehen die Aasfresser verdammt unheimlich aus. Etwas später am Parkeingang beschaffen wir uns aktuelle Tipps über die Wegbeschaffenheit - eine Holzbrücke ist unpassierbar und Wasserdurchquerungen im nördlichen Teil könnten problematisch werden. Die Gegend sparen wir uns deshalb und fahren einfach drauflos. Der Untergrund ist mal lehmig, mal sandig, mal matschig, die Tiefsandpassagen sind nur mit Allradantrieb, größter Vorsicht und im ersten Gang zu bewältigen, also ein ideales Terrain, um sich offroadmäßig auszutoben. An idyllisch gelegenen Wasserlöchern versammeln sich diverse Vögel, Antilopen, Zebras, Giraffen und Hippos. Afrikanische Bildband-Wildnis. Als Krönung bekommen wir noch ein Rudel Löwen aus nächster Nähe zu sehen. Zehn Raubkatzen dösen unter schattenspendenden Büschen träge vor sich hin. Mit majestätisch könnte man in diesem Moment allenfalls ihre Gleichgültigkeit bezeichnen, mit der sie unsere Annäherung quittieren. Die Mittagshitze fordert halt ihren Tribut, auch von den Königen der Tiere.

 

Botswana, Maun, Community Camp, Elefant Groove

Elefant Groove - 12.03.2015

Heute übernachten wir in einem Community Camp nördlich von Maun in Botswana, das bedeutet, die Lagergebühr kassiert die schwarze Dorfbevölkerung und nicht irgendein ausländischer Investor - wie sonst gerne üblich. Das Camp ist nicht eingezäunt, wir befinden uns also mitten im Lebensraum der hier lebenden Wildtiere. Nach der üblichen Routine - Dachzelt aufgestellt und bequeme Sitzposition mit Blick auf den bald kommenden Sonnenuntergang auf dem Campingstuhl eingenommen - hören wir ein krachendes Geräusch im Unterholz. Hört sich an wie Elefanten, "bestimmt noch weit entfernt". Das Fernglas kann sicher zur Aufklärung beitragen, doch es ist überflüssig: Zwei Elefanten haben sich bereits Grünfutter verschlingend unserem Camp genähert. Jetzt trampelt ein beachtlicher Elefantenbulle tatsächlich in unsere Richtung. Gedanken an eine kürzlich erfolgte Elefantenattacke auf den Wagen eines Wildhüters mit dem Resultat Totalschaden erzeugen den Fluchtreflex: Ab in die Fahrerkabine des Campmobils. In den Außenspiegeln können wir den Koloss beobachten. "Wenn er jetzt attackiert, fahren wir sofort los, egal, ob das Dachzelt in den Ästen der Bäume hängen bleibt". Doch der gutmütige Riese marschiert ohrenzwinkernd weiter. Stunden später, die gespenstische Nacht hat bereits das Land erfasst, schrecken wir aus dem Schlaf hoch: Knackende und berstende Äste melden einen Besucher. Der Elefant ist zurückgekommen. Doch da er sich nur für eine minutenlange Pinkelorgie zu uns zurück gesellt hat, gegen wir mal davon aus, daß er sich in unserer Gegenwart wohlfühlt. Leb wohl, alter Junge.

Südafrika, Allradcamper, Dachzelt

Die rollende Herberge - 10.03.2015

Unser Dachzelt-Camper hat sich als gute Wahl entpuppt. Das allradgetriebene Campmobil erlaubt es uns, unwegsames Gelände zu befahren und abgelegene Gegenden zu erreichen. Dank Kühlschrank und Gaskocher sind wir auch "im Busch" überlebensfähig. An jedem Etappenort richten wir uns erstmal häuslich ein, ruckzuck ist das Dachzelt aufgestellt und die Stühle werden ums Lagerfeuer platziert. Mit einem Glas Wein in der Hand geniessen wir die lebhafte Abenddämmerung, in der viele Tiere besonders aktiv sind, und warten auf den grandiosen afrikanischen Nachthimmel. Bald ist es Zeit, das Dachzelt über die Klappleiter zu erklimmen. Das Zelt ist ein angenehmer Rückzugsort, zwei Meter über den potenziellen Störenfrieden wie Schlangen und Skorpionen läßt es sich ruhig schlafen. Morgen früh wecken uns exotische Vögel mit ihrem vielstimmigen Gezwitscher. Gute Nacht!

Botswana - März 2015

07.03.2015 - Rhythmus im Blut, Einkauf in Botswana

Eine besondere Erfahrung dieser Rundreise ist stets der Besuch des nächsten Supermarktes. Man weiß nie, welches Warenangebot zu welchem Preis einen erwartet. Aber eines ist gewiss: Sobald die Kunden mit Musik beschallt werdenfangen die Afrikaner an zu singen und zu tanzen, Groß und Klein, Mann und Frau. Die Fachkräfte hinter dem Verkaufstresen machen da keine Ausnahmebreit grinsend, singend und tanzend wird man bedient. Fröhlich bedient!

Botswana - Transkalahari Highway - Januar 2015

Botswana, Namibia, Transkalahari Highway

16.01.2015 Botswana-Namibia: Transkalahari-Highway

Während sich der Mensch über eine halbwegs geradlinige West-Ost Verbindung zwischen Atlantik und Indischem Ozean freut, nutzt die artenreiche Tierwelt der Kalahari den merkwürdigen Asphaltstreifen als Flaniermeile. So entwickelt sich unsere Reise nach Namibia mehr und mehr zur Pirschfahrt. Vertreter folgender Tierarten beglücken uns mit ihrer Anwesenheit - wohlgemerkt auf und nicht neben der Straße: Ziegen, Rinder, Esel, Pferde, Tausendfüßler, Mistkäfer, Antilopen, Warzenschweine, Schildkröten, Affen und Strauße. Die Regenzeit sorgt zudem für sattes Grün in der sonst so trockenen Savanne, für Muttertiere also die ideale Zeit, um ihre Jungen großzuziehen. Für uns natürlich eine gute Gelegenheit, den drolligen Nachwuchs in seiner natürlichen Umgebung zu bewundern.