Namibia - Die Mitte und der Süden - Februar 2013

Die Abkürzung - 10.02.2013

Die Fahrt von Swakopmund nach Windhoek steht uns bevor, durch die Namibwüste und das Naukluft-Gebirge. Die bequeme Variante, 360 km auf einer geteerten Straße, ist uns zu langweilig. Die Abkürzung, 320 km auf einer Gravel-Road, erscheint uns abwechslungsreicher und landschaftlich reizvoller. Kaum haben wir Swakop verlassen, rattern wir auch schon durch die Wüste. Es läuft gut, der Untergrund ist fest und eben, wir cruisen mit 90 km/h vorwärts und erfreuen uns an den Eseln und Straußen, die in dieser Einöde überleben können. Plötzlich ändert sich der Belag, Wellblechpiste. Wir müssen die Geschwindigkeit drastisch reduzieren und werden trotzdem ordentlich durchgerüttelt. Langsam aber sicher gewinnen wir zudem an Höhe, ein Warnschild macht darauf aufmerksam, dass Trucks, Trailer und Caravans für die Piste nicht geeignet sind. Unser im Stadtverkehr bewährter Kia Picanto verfügt über so wenig nützliche Eigenschaften wie geringe Bodenfreiheit und kleiner Raddurchmesser. Wenn das mal gut geht. Mutig steuern wir unserem Ziel entgegen. Die Durchquerung sandiger Flussbetten und auftretender steiniger Untergrund haben unseren Stundenschnitt bereits merklich reduziert. Die Anstiege werden immer steiler, einmal drehen die Reifen komplett durch, und wir kommen seitwärts rutschend nur mit Mühe zum Stehen. Dann vorsichtig rückwärts rollen und mit mehr Schwung den zweiten Anlauf wagen. Geschafft! Aber wir haben noch lange nicht die Passhöhe erreicht. Die Zeit verrinnt, die Hitze wird immer größer, die Piste immer staubiger. Inzwischen macht eine Umkehr keinen Sinn mehr, dazu reicht die Tankfüllung nicht. Meter um Meter, Minute um Minute quälen wir den Kia vorwärts. In dieser Abgeschiedenheit wollen wir uns das zweifelhafte Erlebnis einer Panne ersparen, sagenhafte 80 Kilometer kommt uns kein einziges Fahrzeug zu Gesicht. Weiter, weiter, immer weiter. Die nahende Abenddämmerung lässt bereits Affen, Warzenschweine, Perlhühner und Kudus über den Weg schlendern. Bloß keinen Unfall so kurz vor dem Ziel. Und dann kommen tatsächlich die ersten bunter Wellblechhütten der Außenbezirke von Windhoek in Sicht. Nach gut sechs Stunden sind wir am Ziel. Was für eine Abkürzung, wir sind fix und fertig.

Namibia - Der Norden und die Mitte - Februar 2013

Namibias Norden – 06.02.2013

Die Grenzüberquerung von Botswana nach Namibia ist schon wieder spaßig. Es ist alles voll Schlamm und Pfützen. Wir sollen irgendwo im Schlamm parken, dann geht das Pfadfinderspiel los, wo denn wohl der richtige Schalter ist, um den Ausreisestempel zu bekommen. Geschafft! Jetzt müssen wir nur noch nach Namibia einreisen. Also ein Stück durchs Niemandsland über holprige Piste, dann erneutes Rätselraten. Schließlich finden wir auch hier den richtigen Schalter, werden aber nun damit konfrontiert, dass der Grenzbeamte nicht in der Lage ist, die angegebene Aufenthaltsdauer in unserem Einreiseformular von fünf Wochen in Tage umzurechnen. So fragt er uns, wie viele Tage denn fünf Wochen seien. Ein wenig entgeistert beantworten wir diese Frage. Doch die weitere Umsetzung der genannten 35 Tage auf ein passendes Datum geht dann erneut schief. Egal, nicht wundern, Einreisestempel ist da. Jetzt müssen wir uns nur noch um das Auto kümmern, dafür brauchen wir noch ein Extradokument und müssen zahlen, dann kann es weitergehen. Als erstes erwartet uns ein Elefantenwarnschild auf der Schotterpiste Richtung Caprivi-Streifen. Es ist mal wieder bullenheiß. So suchen wir uns bald einen Campingplatz direkt am Okavango. Das sind wir mal wieder ganz alleine. Schön.