Bali - Februar 2012

Indonesien - Bali - Die Fortsetzung  01.03.2012

Mit einem gemieteten Moped schauen wir uns so entspannt, wie es der chaotische Linksverkehr und die Schlaglöcher zulassen, die reizvolle Berglandschaft an. Die Postkartenmotiv-Reisterrassen und der höher gelegene Vulkankratersee „Lake Batur“ bieten angenehme Kontraste zu den völlig überlaufenen Touristenorten Kuta und Legian. Mit dem Moped werden wir mehrfach von Polizeistreifen angehalten. Das Prozedere kennen wir schon. Die Beamten picken sich bewusst „Langnasen“ heraus, um sich fremdartige Führerscheine angucken zu können. Dann werden wir freundlich wieder in den lebhaften Verkehr entlassen. Der „Heilige Affenwald“ ist auch einen Besuch wert. Allerdings sollte man einen gebührenden Abstand zu den Pavianen halten. Die Affen machen sich nämlich einen Spaß daraus, Touristen die Mützen und Sonnenbrillen zu klauen, wie wir hautnah erleben können. Später entdecken wir in einer palmenbewachsenen Talsenke eine Kirmes. Wir parken das Moped und schlendern über den Rummelplatz. Es gibt diverse Stände, an denen man sich mit entsprechendem Glück oder Geschick einen Preis sichern kann. Ein einfaches, aber liebevoll bemaltes Kinderkarussell lockt die kleinen Kunden mit fröhlichen Kinderliedern, und nicht etwa mit ungeeigneten Schlagern, wie in Deutschland üblich. Das Riesenrad im Miniformat hingegen weckt unser Interesse, da es noch von einem laut ratternden und stinkenden, offen zugänglichen Dieselaggregat angetrieben wird. Es herrscht eine ausgelassene Stimmung und die Besucher verzehren eine Menge Snacks und Getränke. Die anscheinend tief verankerte Wegwerfmentalität führt zu einem völlig verdreckten Kirmesplatz. Leider ist die Abfallproblematik nicht auf das Festgelände beschränkt. In den Flüssen, am Strand, auf den Marktplätzen und vor den Tempeln türmt sich der Plastikmüll. Die durchaus fleißigen Müllkehrer sorgen kurzzeitig immer wieder für oberflächliche Sauberkeit, allerdings wird der Abfall oft nur hinter den nächsten Zaun geworfen. Die Sensibilisierung für die Umweltproblematik steckt noch in den Kinderschuhen, aber es sind erste Anzeichen der Besserung zu erkennen. So treffen wir morgens die Schuldezernentin Audi, die das Projekt „Go Green“ beaufsichtigt. Unter ihrer Leitung wird ein Mangroven-Schutzgebiet von Schulkindern aus verschiedenen Städten gesäubert. In Sanur verbringen wir zum Abschluss unseres Indonesienaufenthaltes ein paar Strandtage, sozusagen „Urlaub während der Reise“. Die Balinesen sind echte Wasserratten, bei Ebbe toben sie zu Hunderten im Wasser herum, doch sobald die Flut kommt, sind sie verschwunden. Obwohl sie auf einer Insel leben, können sie anscheinend nicht schwimmen. Für uns ist es nun auch Zeit Abschied zu nehmen. Unsere Zeit auf Bali geht zu Ende. Thailand wir kommen!

Indonesien - Bali  27.02.2012

„Galungan, Galungan!“ Die Taxifahrer wollen uns einfach nicht nach Ubud fahren. Sie wollen sogar überhaupt nicht fahren. Es ist Galungan, der Tag, an dem auf Bali die Geister der Vorfahren für zehn Tage zu ihrer Familie auf die Erde zurückkehren. Die Balinesen tragen ihre schönsten Trachten und sind augenscheinlich alle unterwegs zu einem Tempel. Irgendwann finden wir doch noch einen Fahrer, der seine religiöse Zeremonie bereits hinter sich hat. Stolz berichtet Nyoman über die traditionellen Riten: Vor jedem Haus stehen riesige Bambusmasten, die aufwändig mit verschlungenen Spiralen aus Kokosblättern und Blumen verziert und mit einem kunstvoll gefertigten „Tempel“versehen sind. In diesen Tempeln stehen aus Palmblättern gefertigte Opferschalen, in dem sich all das befindet, was die Götter den Hausbewohnern gebracht haben: Reis, Früchte und Kekse entdecken wir zwischen Blumenblüten und Räucherstäbchen, aber auch Münzen, Getränke oder Zigaretten. Es geht oft nur im Schritttempo voran, die unzähligen Tempel können die Besucherströme kaum fassen und mystische Drachengestalten sowie Gamelanorchester bevölkern die Straßen zusätzlich. Jeder noch so kleine Weg ist prachtvoll geschmückt und es ist eine echte Augenweide, gemächlich mit Nyoman über die Insel zu rollen.

In Ubud angekommen, müssen wir einen mehrfach verwinkelten Weg durch den tropischen Garten zu unserer Unterkunft entlanggehen, und zwar aus gutem Grund, denn „böse Geister können nicht um die Ecke gehen.“ Dermaßen gut behütet nehmen wir unseren Zimmerschlüssel entgegen, der doch tatsächlich ein heimatliches Produkt darstellt: Der Schlüssel besitzt zwei Prägungen: „Made in Germany“ und „Soligen“. Leider fehlt bei „Solingen“ das erste „n“, also handelt es sich offensichtlich um eines der vielen Plagiate, die in Indonesien kursieren. Ubud selbst gilt als künstlerischer Hauptort Balis. Kilometerlang reiht sich ein Geschäft neben das andere. Es gibt Modeschmuck, Textilien, traditionelle Holzschnitzereien und Steinskulpturen in allen erdenklichen Formen und Farben. Ein Traum für alle Shoppingwütigen!