Die Kreuzfahrt!  13.01.-20.01.2016

Direkt zu Beginn unserer Reise gönnen wir uns ausnahmsweise mal einen maritimen Genusstrip: Eine Wochentour auf einem Kreuzfahrtschiff, wir sind also in einem für uns ungewohnt rasanten Reiserhythmus unterwegs. Jeden Tag erwarten uns neue Küsten, Inseln, Länder und Eindrücke. Diese Schnelllebigkeit hatten wir ja fast schon verlernt! "Einschiffen" ist in Singapur, bekannt auch als weltweit bedeutendster Containerumschlaghafen. Der vollgeparkte Ankerplatz in der Marina Bay belegt dies eindrucksvoll. Auf der angeschütteten Landseite gibt es hingegen eine besondere Skyline zu bewundern: Der Singapur-Flyer (Höchstes Riesenrad), der Bay South Garden (Naturerlebnispark) und das Marina Bay Sands (Hotel mit dem höchst gelegenen Swimmingpool). Nach dem stimmungsvollen Auslaufen geraten auch wir in die "Kreuzfahrt-Routine": Irgendwie hat es ja Stil, in einer milden Januarnacht gemütlich im Cocktailsessel auf dem Oberdeck zu sitzen. Gemächlich ziehen wir an den kleinen Fischerbooten vorbei, die mit grellen Halogenlampen die Tintenfische anlocken. Wir durchfahren die Meerenge zwischen Malaysia und Indonesien. Erinnerungen an viel zu viele Piratenüberfälle in dieser Straße von Malakka kommen auf, aber die Zeiten sind wohl vorbei. Unser erster Stop ist der Hafen von Port Klang, nicht gerade attraktiv (vermutlich der zweitgrößte Containerhafen der Welt). Die Idee ist, von hier aus eine Stunde lang nach Kuala Lumpur zu fahren. Abgelehnt! Im Gegensatz zu den "Landgängern" lassen wir es uns auf dem nun fast verwaisten Schiff gut gehen, entern das Fitness-Studio und genießen im Anschluss die Cocktails. Auf Langkawi (Malaysia) wollen wir uns doch mal ein wenig umschauen, also gehen wir von Bord und machen uns zu Fuß auf den Weg. Es ist ganz schön heiß und schweißtreibend im Ort Cenang. Die rege Bautätigkeit mit dem verbundenen Lärm am Südstrand Pantai Tengah münden in der Erkenntnis: Aktuell nichts für Erholungssuchende. Traumhaft schön hingegen sind der weiße, feinsandige Strand Pantai Cenang und später der Blick von Bord über die 99 Kalksteininseln, die sich üppig bewachsen aus dem türkisfarbenen Wasser erheben. Am nächsten Tag erwartet uns Patong auf Phuket (Thailand), nur eine kurze Fahrt mit dem Tenderboot entfernt. Etwas abseits der allgemeinen Laufwege entdecken wir tatsächlich Strände, die nicht völlig überlaufen sind. Allerdings auch nicht Reiseprospekt tauglich. Zurück zum Patong Beach: Unerträglich überfüllt, dafür aber lärmend und verschmutzt. Schnell zurück an Bord. Um die Eindrücke in der Andamanensee zu vervollständigen, gehen wir am folgenden Tag dann auch in Penang (Malaysia) an Land, um uns die trubelige Stadt Georgetown anzuschauen. Der folgende Seetag kommt dann gerade recht, um den Puls wieder runterzufahren, bevor wir in Singapur von Bord gehen. Die Schiffstour war geil, kann man echt mal machen. Aber wir sind froh, den Luxus leben zu dürfen, nicht immer in dieser Turbogeschwindigkeit Ort für Ort „abarbeiten zu müssen“. Fröhlich drauflos reisen, und dort hängen bleiben, wo es (vielleicht auch unerwartet) schön ist. Das ist es, was als nächstes kommt...

Singapur - Januar 2016

Singapur, 12.01.2016

Wir landen um 15:15 Uhr Ortszeit in Singapur, der Pilot hat es tatsächlich geschafft, die fette Verspätung seit dem Start in London „rauszufliegen“. Die „Stadt der Löwen“ empfängt uns mit hoher Luftfeuchtigkeit und diesem unvergleichlichen, würzigen Duft, der so charakteristisch für das südliche Asien ist. Wir ziehen ein paar Singapur-Dollar aus dem ATM und testen den öffentlichen Nahverkehr. Singapur nimmt ja bekanntlich einen Sonderstatus unter allen asiatischen Metropolen ein: Ordnung, Sauberkeit, Funktionalität und Effizienz herrschen in einem Maße vor, der jeden beeindruckt. Und so kommt die Metro pünktlich und sie fährt pünktlich, sie ist sauber, gut klimatisiert und nicht überfüllt.Das gleiche gilt für die anschließende Busfahrt. Der Bus allerdings muss im Gegensatz zur Metro, wo alles vollautomatisch ohne Personal abläuft, noch einen Fahrer beschäftigen. Dieser jedoch ist freundlich und entlässt uns an der richtigen Straßenecke. Unser kleines Hotel für die erste Nacht liegt in Geylang, dem Rotlichtviertel in Chinatown. Und hier hat sich selbst Singapur einen gewissen Charme erhalten: Es ist ein wenig wuselig, schmuddelig und das Rauchverbot in der Öffentlichkeit wird auch nicht allzu ernst genommen. Wir lassen uns treiben, nehmen die erste asiatische Mahlzeit ein und ergeben uns dann der Müdigkeit: Ab ins Bett. Punkt halb zwei nachts sind wir wieder munter, dem Jetlag sei dank. Eine Stunde lesen, dann der zweite Schlafversuch. Und der klappt: schlafen, bis der Wecker rappelt!