Conil - Calig - Montelimar- Burscheid, 27.03.2014

Die Zeit ist mal wieder wie im Fluge vergangen. Wir haben uns so wohl gefühlt auf unserer Finca im tiefsten Andalusien, daß wir gar nicht dran denken wollen, die Heimreise anzutreten. So genießen wir die letzten Tage in vollen Zügen bei Traumwetter. Doch dann naht die erste Etappe von knapp 1000 km von Conil nach Calig. Der Wecker klingelt um 5.30 Uhr, das Auto ist schon gepackt. Und los geht es. Man glaubt es kaum, das Thermometer zeigt gerade mal 4°C bei sternenklarem Himmel. Es wird langsam hell und die Landschaft verändert sich schleichend. Wir müssen uns tatsächlich von Andalusien verabschieden. Wir kommen gut voran und nach ca. 10,5 h fahren wir schon in Calig vor, wer hätte das gedacht. Dort werden wir gebührend empfangen, der Grill wird angeworfen und der Tinto schmeckt auch wieder lecker. Am nächsten Morgen geht es für Eileen und Wolle nach Hause und wir bleiben noch ein paar Tage, bis der "Hausherr" kommt. Mit Polly verbringen wir noch einen Tag gemeinsam, gehen ein bißchen wandern, bevor wir am nächsten Morgen die nächste Etappe ansteuern. Heute sind es ca. 750 km zu fahren bis nach Montelimar. Dort legen wir noch einen Stopp ein, bevor es auf die Schlußetappe nach Hause geht, das sind noch mal gute 900 km. Und tatsächlich am Donnerstag, 27.03.2014 kommen wir gesund und munter und ein bißchen müde noch vor der Dunkelheit wieder zuhause an. Es war eine wunderschöne Zeit!!!!

Cadiz, 02.03.2014

Der Karneval in Cadiz ist der stimmungsvollste in Spanien. Über eine Woche lang beherrscht das närrische Treiben die Stadt, die als älteste Europas gilt. Wir mischen uns beim Straßenkarneval unter die Leute und schauen mal, was passiert. An verschiedenen, strategisch günstigen Plätzen der Altstadt versammeln sich kostümierte Gruppen und wetteifern um die Gunst des vielköpfigen Publikums. Es werden ironische Lieder vorgetragen, die Personen oder Situationen aus dem alltäglichen Leben ins Lächerliche ziehen. Voller Inbrunst wird gefrotzelt und die Zuschauer machen leidenschaftlich mit. Auffällig ist, dass alle Generationen, vom Kleinkind bis zu den Altmeistern, in harmonischer Eintracht feiern. Wir schlendern weiter und entdecken weitere Formationen, die das Publikum unterhalten und Fröhlichkeit provozieren. Doch Karneval hin oder her, eine andalusische Lebensart darf nicht fehlen: „Niemals Essen ohne zu Trinken und niemals Trinken ohne zu Essen!“ Wie auf einen geheimen Befehl hin sitzen plötzlich Hunderte von Leuten auf den Treppenstufen der öffentlichen Plätze und verzehren gleichzeitig ihre Bocadillos, während die Flaschen kreisen. Gut gestärkt geht’s weiter durch das Getümmel. Die Karnevalswagen, ebenfalls mit Gesangsgruppen besetzt, kommen im Gedrängel kaum einen Meter voran und in den engen Kopfsteinpflastergassen sorgen Fußgruppen mit Musikinstrumenten für ausgelassene Stimmung. So nimmt die Feria langsam aber sicher ihren Lauf…

 

Gibraltar, 26.02.2014

„Auf keinen Fall mit dem Auto nach Gibraltar! Am Grenzübergang drohen lange Staus und dort gibt’s kaum Parkplätze.“ Diese Warnung aus dem Reiseführer ignorieren wir gelassen, und siehe da: Die Passkontrolle dauert nur 20 Sekunden und nachdem wir die Landepiste des Flughafens gequert (!) haben, bieten sich uns zahlreiche, kostenlose Parkplätze. Brauchbare Hinweise konnte uns der Reiseführer also bisher nicht bieten. Die britische Kronkolonie wird von "The Rock", einem gewaltigen Felsmassiv dominiert. Den wollen wir natürlich erklimmen, und schon bald treffen wir auf die ersten Berberaffen, die sich gegenseitig die Flöhe aus dem Fell zupfen. Diese einzigen frei lebenden Affen Europas sind ein Wahrzeichen Gibraltars. Solange sie hier leben, bleibt Gibraltar britisch. Sagen die Engländer. Weiter geht's bergauf, bis wir das hochgelegene, östliche Ende von "The Rock " erreicht haben. An der steil abfallenden, 400m hohen Bergwand schlängelt sich ein spektakulärer Pfad, die "Mediterranean Steps" bergab. Das Mittelmeer stets im Blick, tauchen immer wieder Höhlen und Befestigungsanlagen im Felsmassiv vor uns auf und die afrikanische Küste liegt in greifbarer Nähe. Dieser Wanderweg ist "Empfehlenswert-Plus" für jeden Naturliebhaber! Nach einem stärkenden Picknick am Leuchtturm wollen wir uns noch anschauen, wie englisch Gibraltar wirklich ist. Die Altstadt ist gespickt mit Pubs, Fish & Chips, uniformierten Wachen und behelmten Bobbies. Yeah, this is very british! Jetzt folgt nur noch die Ausreise. Und siehe da: Die Spanier zeigen auf liebreizende Art, was sie von einer britischen Kronkolonie in ihrem Land halten: Nämlich nichts. Und so werden alle Ausreisenden - auch die Pendler aus Spanien - ein wenig vom Zoll schikaniert. Es dauert über zwei Stunden, bis wir in Spanien einreisen dürfen. Merke: Warnungen in Reiseführern sind grundsätzlich zu beherzigen!

Kap Trafalgar, 19.02.2014

Kap Trafalgar ist eine Landspitze auf halber Strecke zwischen Tarifa und Cadiz. Unser erster Besuch vor ein paar Wochen litt unter schlechtem Wetter, also sahen wir uns genötigt, diesen Ausflug zu wiederholen. Das Kap liegt auf einer Klippe mit interessanten Gesteinsformationen und ist eingerahmt von schönen Sandstränden, ideal also für einen Spaziergang. Seine Bekanntheit verdankt das Kap aber hauptsächlich der Seeschlacht, die sich 1805 vor der Küste ereignete. Der britische Vizeadmiral Nelson fügte der napoleonischen Armada eine verheerende Niederlage bei, auf Seiten der französisch-spanischen Allianz starben 4408 Seeleute, die Briten zählen nur 449 Tote. Unter ihnen war allerdings auch Nelson. Seine Leiche wurde in einem mit Brandy gefülltem Fass nach London überführt. Einer Legende zufolge verteilte man den Rum, der seinen Leichnam konserviert hatte, an die Matrosen, die dafür den Namen Nelson’s Blood erfanden. Britischer Humor? Yes, indeed! Die Wichtigkeit dieser Seeschlacht für die Briten wird auch dadurch dokumentiert, dass der größte öffentliche Platz Londons den Namen Trafalgar Square trägt. In der Mitte des Platzes steht ein Denkmal, die Nelsonsäule. Sie ist mit 51 Metern exakt so hoch wie Nelsons Flaggschiff HMS Victory vom Kiel bis zur Mastspitze. Englische Heldenverehrung in Vollendung.

Die Störche von Pago del Humo, 21.01.2014

Wir staunen nicht schlecht. Ein ausgesprochen seltener Anblick bei uns Zuhause ist hier in dieser Jahreszeit alltäglich. Wovon ich spreche - Storchennester, bewohnt, wohin man auch blickt. Felder voller Störche. Sie segeln durch die Lüfte, harren in ihren kunstvollen Nestbauten an exponierten Stellen oben auf Strommasten, selbst mitten in der Stadt auf einer Dachkante, auf dem Wassertank auf dem Hausdach einer Finca, auf Palmenstümpfen .... Wir können uns gar nicht satt gucken und freuen uns über den für uns so seltenen Anblick. Doch alles hat leider auch eine Schattenseite. Ein bisschen Recherche hat ergeben, dass eben diese Störche in früheren Jahren noch weiter bis ins südliche Afrika in ihre Winterquartiere gezogen sind, doch ein Teil von ihnen seit einigen Jahren nun hier in Andalusien bleibt, angezogen durch zweifelhafte reichhaltige Nahrungsquellen auf Müllhalden, so wird berichtet, gesehen haben wir das selbst noch nicht. Nichtsdestotrotz freuen wir uns jeden Tag aufs Neue, diese wunderschönen Vögel beobachten zu können.

Vejer de la Frontera, 07.01.2014

Vejer de la Frontera gehört völlig zu Recht zu einem der schönsten „Weißen Dörfer“ Spaniens. Der besondere Charme dieser Stadt liegt unter anderem darin begründet, dass die Reste der mittelalterlichen Burganlage in den späteren Häuserbau integriert wurden. Die kubischen, weiß gekalkten Häuser mit ihren typischen Flachdächern sind ein echter Kontrast zu den sandsteinfarbenen, maurischen Wehrmauern. Zahlreiche kunstvoll gefertigte und mit farbenfrohen Blumen bestückte Tontöpfe werten den Ort noch weiter auf. Wir wandeln durch die engen, steilen Kopfsteinpflastergassen und werden zufällig von Sylvia, der Stadtführerin angesprochen. Sie nötigt uns, auf den Wehrturm zu klettern. Ohne Sylvias Hilfe wären wir dort nie hingekommen, denn wir müssen zuerst zwei von außen unscheinbare, private Innenhöfe durchqueren. Diese entpuppen sich als mehrfach preisgekrönte Atriums, die allein einen Besuch wert sind. Später, vom Wehrturm aus, bleibt die gar nicht so ferne  afrikanische Küste zwar hinter Wolkenschleiern verborgen, dafür haben wir einen prima Blick auf das „Pueblo blanco“. Der anschließende Besuch des historischen Windmühlenparks krönt den Ausflug. Pablo, der Museumswärter, lockt uns in die liebevoll dekorierte Mühle und verschafft uns einen weiteren Einblick in längst vergangene Zeiten.

 

 

Conil de la Frontera - Pago del Humo, 20.12.2013

Heute ist es soweit, wir verlassen das Apartment in Roquetas de Mar. Die Sonne scheint und hat den gestrigen Sturm vertrieben. So erledigen wir noch die letzten Formalitäten, zahlen die Nebenkosten, geben den Schlüssel ab und los geht's. Wir machen uns auf den Weg und steuern "unsere" Finca bei Conil de la Frontera an. Wir haben knapp 450 km vor uns, hauptsächlich malerische Küstenroute. Die Luft ist klar und so macht das "Cruisen" richtig Spaß. Wir kommen gut voran, der Ausblick auf Gibraltar ist traumhaft, die Küste Afrikas liegt zum Greifen nahe. Hinter Tarifa ist es deutlich dünner besiedelt, die Straße ist weniger befahren und wir nähern uns unserem Ziel. Die Vegetation hat sich gegenüber der Costa del Sol verändert, hier ist es weitaus grüner. Die Wegbeschreibung zu unserem Domizil auf Zeit ist einwandfrei, mal sehen, ob auch sonst alles funktioniert. Unsere Vermieter sind nämlich vorgestern spontan für 1-2 Monate nach Panama geflogen und haben versprochen, dass der Schlüssel unter der Fußmatte liegt und später Wolfi kommt und uns alles Notwendige erklärt. Da unsere Finca "Casa Panama" heißt, erkennen wir sie schon von weitem an der panamesischen Flagge. Das Grundstück mit Garten, Pool, Hängematten usw. überzeugt auf den ersten Blick. Der Wohlfühl-Effekt setzt schon ein, bevor wir überhaupt die Tür geöffnet haben. Der Schlüssel liegt, wie versprochen, unter der Fußmatte und der gute Geist Wolfi hat den Kaminofen bereits auf Betriebstemperatur gebracht. Was für ein Service. Wir sind sehr zufrieden, es ist wirklich schön hier!

Almeria - Alcazaba, 15.12.2013

Nach knapp sechs Wochen zufriedenen Wohlfühlens haben wir uns doch noch entschlossen, die nur zehn Kilometer entfernte Provinzhauptstadt Almeria zu besuchen. Die lange Zeit des Zauderns ist der Tatsache geschuldet, dass wir gerne einen Bogen um größere Städte machen, doch diesmal hätten wir tatsächlich etwas verpasst. Almeria galt schon immer als Kreuzungspunkt der Seefahrtswege und kann eine wechselvolle Geschichte vorweisen. Die Phönizier ließen sich hier nieder, dann folgten die Griechen, Karthager, Westgoten und schließlich die Mauren, die die Stadt nachhaltig prägten. Besonders die Alcazaba, ein maurisches Schloss aus dem 10. Jahrhundert, hat unser Interesse geweckt. Im unübersichtlichen Einbahnstraßengewirr folgen wir brav der Beschilderung, schrauben uns über eine enge Serpentinenstrasse bergauf und landen erwartungsgemäß auf einem Hügel über der Stadt. Allerdings stehen wir nicht vor dem Eingangsportal der Alcazaba, sondern auf dem Nachbarhügel mit dem Cristobal, der Christusstatue. Aha, die andalusischen Wegweiser dienen anscheinend primär dazu, Ortsfremde in die Irre zu leiten. Macht aber nichts, denn der Ausblick ist grandios, sowohl auf den historischen Stadtkern wie auch auf die Alcazaba. Noch dazu sind wir hier oben ganz alleine. Nach dem Abschied vom Cristobal irren wir ein zweites Mal durch die Einbahnstraßen und finden das zweitgrößte maurische Bauwerk Europas - nach der Alhambra in Ganada - doch noch. Der Eintritt ist frei - den EU-Investitionen sei Dank - und die Festung, die 20.000 Menschen beherbergen konnte, entlockt uns auf Anhieb ein Staunen. Zinnengekrönte Mauerringe, von Wasserläufen durchzogene Grünanlagen, schön angelegte Burghöfe und Zisternen zeugen von Baukunst und gehobener Lebensart.

Las Alpujarras, 10.12.2013

Die Alpujarras sind heute unser Ziel, eine wunderbare Berglandschaft an den südlichen Ausläufern der Sierra Nevada. So cruisen wir bei herrlichem Sonnenschein auf einsamen Bergsträßchen Richtung Orjiva, als es schon wieder Mandelbäume am Straßenrand gibt. Also anhalten und ein wenig sammeln, bevor wir weiterfahren. Die Gegend ist sehr geschichtsträchtig, denn schon im achten Jahrhundert siedelten hier die Berber. Die Orte sind gekennzeichnet durch maurische Architektur mit niedrigen, weiß getünchten steinernen Häusern und zylindrischen Kaminen. In Trevelez, der höchstgelegenen spanischen Ortschaft, wollen wir eine Rast machen und einen Vino mit Tapa, dem für die Gegend hier so typischen Schinken, machen. Doch unser Timing ist schlecht, es herrscht gerade Siesta. Alles geschlossen und wir ziehen unverrichteter Dinge weiter. Letztlich ist das gut so, denn wir haben noch etliche Kilometer auf kurvenreicher Straße in herrlicher Landschaft zu bewältigen, die Sonne steht schon tief und diese Art Straße fährt man besser bei Tageslicht. Die letzten Kilometer auf dem Weg nach Hause versinken dann doch schon in der Dunkelheit, macht nichts, es war ein wunderschöner Tag.

Sierra de Alhamilla und Cabo de Gata,  04.12.2013

Auf dem Weg in die einzige Wüste Europas machen wir in Enix, einem kleinen Bergdorf halt. Dort gibt es dermaßen viele Mandelbäume, dass wir uns genötigt sehen, die leckeren Nussfrüchte abzugreifen. Unser Sammeltrieb siegt und die schmackhaften Zutaten für das nächste selbstgebackene Brot sind gesichert. Die Sierra de Alhamilla ist mit durchschnittlich acht Sonnenstunden pro Tag die trockenste Gegend Europas und diente schon zahlreichen Western als Filmkulisse. So sind hier Szenen aus Indiana Jones abgedreht worden und - weitaus bedeutsamer - die "Dollar"-Trilogie von Sergio Leone mit Lee van Cleef und Clint Eastwood. Hier entstand also die Mutter der Spaghetti-Western. Unsere Wüstenerlebnisse waren bisher eher atypisch. In der chilenischen Atacama-Wüste, dem trockensten Fleck der Erde, hatten wir einen wahrhaft historischen Regenschauer nur um drei Tage verpasst. Und beim Kamel-Trekking im algerischen Teil der Sahara wurden wir fast von einem Unwetter weggeschwemmt. Also regnet es auch jetzt, da wir die eindrucksvolle Wüstenlandschaft passieren. Das mindert natürlich die Farbvielfalt des bergigen, andalusischen Ödlands, aber dafür ist unsere Windschutzscheibe wieder sauber.

 

Rehabilitation = Trimm Dich, Roquetas de Mar, 19.11.2013

Es trug sich zu, dass wir unter die Strandpromenaden-Flaneure gegangen sind... Spaß beiseite, unsere aktuelle Urlaubsregion eignet sich hervorragend, um "Hinkebein" Ralf wieder ans Laufen zu bringen. Dazu scheuen wir keinerlei Trainingsmaßnahmen und nutzen die von der Stadtverwaltung üppig bereitgestellten Outdoor-Fitnessgeräte. Die herrliche Luft und das unvergleichliche Panorama, immer das Meer im Blick, tragen prima zu Ralfs Genesungsprozess bei und so sind wir mit allen Fasern aktiv, die ersten kurzen Läufe sind auch schon erfolgreich absolviert. Die besten Rehamaßnahmen sind aber zweifelsfrei die unvergleichlichen Trimm Dich-Übungen an der palmengesäumten Strandpromenade. Wir haben die ulkigen Aktivitäten mit ein paar Fotos dokumentiert.

Olivenöl - Tortosa, Spanien, 05.11.2013

Der Wecker piept um 7:15 Uhr. Wir, d.h. Tante Polly, McRip, Ralf und ich, wollen noch frühstücken, bevor wir uns auf den Weg machen, die geernteten Oliven pressen zu lassen. Um 8:30 Uhr sind die Oliven verladen und wir sitzen startklar im Auto. Los geht's. Irgendwo in der Nähe des Ebrodeltas auf einsamen Wegen hat Polly einen Termin gemacht. Im zweiten Anlauf finden wir auch die richtige Finca. Dort empfängt uns der behäbige Milo, doch seine Erklärungen, was nun mit den Oliven passiert, sind durchaus sehr interessant. Zunächst werden sie durch ein Häckselwerk gejagt und inklusive Kerne zur einer Maische verarbeitet. Diese kommt dann in ein Rührwerk, in dem noch etwas Wasser hinzugefügt wird, um es geschmeidiger werden zu lassen. Das Wasser scheidet sich später im Prozess selbständig wieder ab. Dann wird die Maische in flache "Korbtaschen" gefüllt und in der Olivenpresse gestapelt. Metallplatten stabilisieren den stets wachsenden Turm. Nachdem die gesamte Menge aufgetürmt wurde, wird oben noch Holz drauf gepackt. Während der Auftürmzeit läuft schon reichlich Öl heraus, bevor der Pressvorgang überhaupt gestartet wurde. So lassen wir die leeren Kanister für das Öl da, gucken uns noch den Beginn des Pressvorgangs an und verabschieden uns für ein paar Stunden, denn so lange wird es dauern, bis das gesamte Öl herausgepresst ist. Bei unserer Rückkehr ist die Freude groß, denn der Ertrag ist größer als erwartet und die Qualität, die in diesem Jahr allgemein etwas zu wünschen übrig lässt, bewegt sich am oberen Level.

Burscheid - Calig, Spanien, 04.11.2013

Der Wecker verrichtet gnadenlos seinen Dienst. Es ist 1:00 Uhr morgens und die Nacht ist zu Ende. Das Auto ist gepackt, dem letzten Kontrollgang durch die Wohnung folgt die Abreise. Es sind 8°C und der Regen läßt nicht lange auf sich warten. Die Temperatur fällt in der Eifel auf 5°C, dafür wird der Regen stärker. Die nächsten 1.000 km geht es so weiter. Es regnet ununterbrochen und wärmer wird es auch nicht. Na prima... Die Autoroute du Soleil macht ihrem Namen heute leider keine Ehre. Doch bei Orange steigt so langsam wenigstens die Temperatur und der Regen lässt etwas nach. Bis zur spanischen Grenze haben wir es immerhin auf 15°C geschafft und sind schon ganz schön platt. Fahren im Regen macht echt keinen Spaß. Doch von nun an geht es mit der Temperatur stetig bergauf. Obwohl es schon bald dämmert, erreichen wir noch die 20°C-Marke und die Sonne scheint mittlerweile auch. Um 19:04 Uhr fahren wir in Calig bei Tante Polly vor und werden bereits mit Bier und Wein erwartet. Flugs den Grill angeworfen - juchhu, wir sind angekommen, der Urlaub beginnt!

 Die Abreise naht - Burscheid, 23.10.2013

Es stellt sich eine gewisse Routine ein, die Abreise rückt näher. Die Checklisten werden abgearbeitet, die Vorbereitungen laufen und doch ist es wieder alles ganz anders. Wir bleiben in Europa, fahren mit dem Auto und nehmen unsere Fahrräder mit. Also wieder neue Packlisten und die spannende Erfahrung: wir können es uns leisten, ein paar Annehmlichkeiten einzupacken, brauchen nicht so genau auf das Packgewicht zu achten, es darf auch mal ein T-Shirt extra sein. In eineinhalb Wochen geht es los. Die Winterreifen sind aufgezogen, die "Häufchen" in unserer Wohnung, was so alles mit soll, wachsen täglich ein wenig mehr. Die Fahrräder sind gewartet und langsam werde ich ungeduldig. Es zieht mich wieder hinaus in die Welt. Die Vorfreude steigt.