Spanien, San Juan de los Terreros

Es weihnachtet sehr in Terreros - 26.12.2014

Auch hier weihnachtet es sehr. Man hat keine Kosten und Mühen gescheut, um die wunderschöne Palmenallee etwas aufzupeppen. 

Unsere letzten Stunden sind nun angebrochen, morgen früh werden wir uns auf den Weg machen und wohl mitten in den Wintereinbruch geraten. Also werden wir etwas Sonne einpacken und hoffen, daß es nicht ganz so schlimm wird. Wir wünschen fröhliche "Rest"-Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

Spanien, San Juan de los Terreros, Geode von Jaravia

Die fehlende Klimaanlage in der Geode von Jaravía - 08.12.2014

Das Hinterland unseres Urlaubsdomizils ist die perfekte Kulisse für Westernfilme, ganz in der Nähe drehte Sergio Leone z.B. Für eine handvoll Dollar mit Clint Eastwood. Eine Wanderung durch die beeindruckende Naturlandschaft ist also schnell beschlossen. Im Örtchen Jaravía entdecken wir eine verlassene Silbermine mit halb zerfallenen, bergbautypischen Gebäuden. Das Edelmetall ist zwar längst abgebaut, aber hier erwartet uns noch eine ganz andere geologische Sensation: Im Jahr 2000 wurde in einem Seitenarm der Mine eine gigantische Geode entdeckt. 50 cm große kristallene Prismen von außergewöhnlicher Klarheit veredeln Wände, Decke und den Boden einer acht Meter langen Höhle. In Brasilien und Mexiko gibt es ähnliche Geoden, aber weder in dieser Qualität noch in dieser Größe. Weltsensation! Man könnte die Höhle ohne großen Aufwand zur Besichtigung freigeben, es müsste lediglich eine Klimaanlage für konstante Temperaturen sorgen, damit die Kristalle nicht zerstört werden. Doch dafür fehlt es in Andalusien an Geld. Und so liegt diese einmalige Geode direkt unter unseren Füßen und wir können sie nicht besichtigen. Wir sammeln stattdessen ein paar glitzernde Kristallsplitter auf, die irgendwie aus der Geode an die Erdoberfläche gelangt sind und überlegen, einen lukrativen Mineralienhandel aufzuziehen...

Spanien, San Juan de los Terreros, Wohnhöhlen
Wohnhöhlen - 01.12.2014
In der Gegend östlich von Almeria lebten bereits vor vielen tausend Jahren Menschen in Wohnhöhlen, denn die weichen Kalksteinfelsen ließen sich mit primitiven Werkzeugen relativ leicht bearbeiten. Auf unseren Streifzügen durch die Region entdecken wir immer wieder Löcher in Felsen, die man problemlos als Fenster oder Eingänge identifizieren kann, wie bei dieser malerisch gelegenen Wohnhöhle. Da der Baumaterialaufwand gleich null ist und das ganze Jahr über ausgeglichene, behagliche Temperaturen in den Höhlen herrschen, wohnen selbst heute noch einige wenige Gitanos "im Berg". Zur Standardausstattung gehören inzwischen Entlüftungsschächte und möglichst Lichtröhren, die das Tageslicht ins traute Heim transportieren. Manch ein kleiner Terrassenanbau vor dem Eingang kaschiert ein wenig die Einfachheit der Wohnung und zeugt von einer individuellen Note. Diese letzten bewohnten Höhlen befinden sich allerdings in tristen Problembezirken und gaffende Touristen sind hier wenig beliebt, also lassen wir die Leute in Ruhe.

Spanien, Andalusien, Cuevas del Almanzora, Halbmarathon
Halbmarathon über Geröll nach Cuevas del Almanzora - 23.11.2014
In Cuevas del Almanzora entdecken wir eine angekündigte Straßensperrung aufgrund eines Benefizlaufs für nächsten Sonntag. Da will ich mitmachen, Infos müssen her! Doch im Internet ist nichts zu finden, die Dame im I-Punkt hat von der Veranstaltung noch nie etwas gehört und auch der Fachverkäufer des Sport-geschäfts ist ahnungslos. Letzte Chance: Ein zufällig vorbeikommender Läufer. Er schickt uns zur Sporthalle, und dort bekommen wir tatsächlich ein Infoblatt, es handelt sich um den 14. Geländelauf zugunsten der Krebshilfe, Halbmarathondistanz, Start im Nachbarort.
Sonntag morgen im Startbereich erwartet uns die nächste Überraschung: Teilnehmer befestigen Startnummern an ihren Mountainbikes. Huch, ist das etwa ein MTB-Rennen? Falscher Alarm, es ist eine Veranstaltung für Biker und Läufer. Endlich geht's auch für uns Trailrunner los, etwa 40 Spanier und ich ortsunkundiger Deutscher nehmen die Strecke in Angriff. Die ersten Kilometer führen durch ein ausgetrocknetes, sandiges Flußbett, dann werden wir über Geröllpfade die Berge hoch- und runtergeschickt. Die angebotenen Wasserflaschen an den Verpflegungs-stationen werden in der staubigen Einöde dankbar angenommen. Die weiteren Kilometer sind ein ständiges Rauf- und Runterrennen, meine Muskeln fangen an zu zwicken, aber jetzt ist es nicht mehr weit. Das Ziel ist in Sicht, Endspurt, Susanne lauert mit der Kamera direkt hinter der Ziellinie. Geschafft, knapp über 1:40 Stunden, jetzt brauche ich erstmal eine Stärkung. Was gibt's denn? Oliven, Nüsse, Chips und Bier. Na also, Sportlernahrung! Die Party kann beginnen...
Spanien, Andalusien, San Juan de los Terreros, Pulpi, Wanderweg

Die Wanderung - 12.11.2014

Von unserer Dachterrasse aus kann man prima aufs Meer gucken, aber auch auf diese Hügelkette, die in der Morgendämmerung immer so schön leuchtet. Da müsste man mal hinwandern! Und tatsächlich: Es gibt einen Premiumwanderweg von unserem Ort San Juan de los Terreros aus bis nach Pulpi, 16,8 km lang. Rucksack gepackt und schon geht's los. Auf Wirtschaftswegen geht es langsam bergauf, hier und da stehen ein paar verblühte Agaven, sonst wächst wegen der Wasserknappheit nicht viel. Bald erreichen wir einen riesigen Hotelkomplex, völlig unbewohnt. Noch irritierender ist jedoch das satte Grün, das den Betonklotz weitläufig umgibt. Der gut gepflegte Golfplatz ist ein krasser Kontrast zur staubigen Ödnis. Dann geht's bergauf, und zwar Klettersteigmässig. Schutt und Geröll bilden den Untergrund, der Aussichtspunkt da oben das Etappenziel. Das Halteseil am Wegesrand wird am Ende seiner Tage nicht unbenutzt verrotten. Doch ausgerechnet am steilsten Stück (37% laut Hinweistafel, 55% meint unser GPS-Gerät) fehlt das Halteseil. Macht aber nix, wir schaffen's trotzdem ohne unliebsame Rutschpartie. Oben angekommen haben wir eine tolle Fernsicht aufs Meer. Hinter dem Bergsattel windet sich der Weg dann zwischen Feldern entlang. Hier wird mit Hilfe kilometerlanger Bewässerungsschläuche Salat angebaut, Lollo Rosso und Lollo Bianco, wie du dir sicher schon gedacht hast. Doch bevor die Millionen Salatköpfe geerntet werden können, muss ein wenig Pestizid versprüht werden. Die Bauern vor Ort haben ihre Bedenken, ob die Sprühchemikalie wirklich gesund ist und schützen sich vorsichtshalber mit Ganzkörper-Schutzanzügen. Beim Anblick der vielen großen Kanister mit den grellen Warnhinweisen, die unauffällig am Feldrand stehen, verschieben wir unser geplantes Picknick dann doch lieber auf später.

Spanien, Andalusien, San Juan de los Terreros

Straßen ins Nichts, 05.11.2014

Wir sind in San Juan de los Terreros, einem kleinen, eher verschlafenen Ort und kommen täglich aus dem Staunen nicht heraus. So führt z.B. eine gut 3 km lange "Prachtstraße" von der Umgehungsstraße aus hinunter ins Dorf. Diese Straße ist vierspurig angelegt, mit Palmenallee auf dem Mittelstreifen sowie breit angelegten Fußwegen auf beiden Straßenseiten. Auf einer Seite führt zusätzlich noch ein wunderbarer, breiter Radweg entlang. Bänke zum Ausruhen, Laternen und sage und schreibe 16 Fußgängerampeln tragen zum weiteren Komfort bei. (Nach nochmaligem Nachzählen muß ich mich auf 20 korrigieren - in Worten - Zwanzig!!!).  Ein Schalk, wer glaubt, das auch nur eine davon in Betrieb wäre. Allerdings ist das bei einem Verkehrsaufkommen von einem Auto pro 10 min pro Richtung auch nicht so ganz dringend überlebensnotwendig. Nun, nach diesem städtebaulichen Meisterwerk gibt es auch noch eine Menge Straßen, die buchstäblich ins Nichts führen. Diese sind aber selbstverständlich auch bereits voll beschildert und mit Fußgängerüberwegen mit oder auch wahlweise ohne Ampel ausgestattet. Kurz und gut, wir sind hier im Straßenbauer-Himmel oder auch - Paradies gelandet und fragen uns, woher wohl all das Geld für diesen Wahnsinn stammt.

San Juan de los Terreros, 18.10.2014

Die andalusische Sonne zeigt sich von ihrer besten Seite. Nach einer sternenklaren Nacht bei lauen Temperaturen fahren wir weiter gen Süden und das Thermometer steigt. Gegen Mittag erreichen wir Lorca, machen dort einen Einkaufsstopp bei 28°C im Schatten und kündigen uns bei Antonio an, der uns dann eine knappe Stunde später in San Juan de los Terreros verabredungsgemäß an der Venta in Empfang nimmt. Unser Häuschen hält, was die Bilder versprochen haben. Wir sind ein bißchen müde, aber glücklich. Die Aussicht von der Dachterasse gibt ein herrliches Panorama vom Meer über die Berge. Hier kann man es aushalten!