Full Metal Cruise 3, Hamburg, Mats Nelson, Mein Schiff 1

Seetag - Hamburg - Sonntag, 30.08.2015

Nach dem Frühstück haben wir gleich wieder einen Termin - es geht auf die Brücke zum Kapitän Mats Nelson und seiner Besatzung. Das ist echt spannend. Was mich am meisten beeindruckt hat, ist der Mann mit dem Fernglas, der in der Tat den ganzen Tag vorne steht und den Ausguck betreibt. Wenn man die gesamte Technik, die heute so zum Einsatz kommt (es werden u.a. keine Papier-Seekarten mehr benutzt, das läuft alles elektronisch) und man die ganzen Monitore und Knöpfe so betrachtet, dann ist man doch sehr erstaunt, daß es doch noch eines Menschen mit Fernglas bedarf. Heute gibt es schon früh Konzerte, denn es ist Seetag. Nachmittags versammelt sich dann die gesamte Besatzung, alle "ordnungsgemäß" in schwarzer Metal-Kluft zum Verabschieden auf dem Pooldeck - ein sehr emotionaler Moment. Da kommt schon ein wenig Wehmut auf, denn irgendwie geht die Zeit doch immer viel zu schnell vorbei. Also wollen wir noch die restlichen Stunden in vollen Zügen genießen, denn morgen früh ist schon wieder alles vorbei.

Full Metal Cruise, Göteborg, Kopenhagen, Wacken, Holger Hübner

Kopenhagen - Göteborg - Samstag, 29.08.2015

Am frühen Morgen legen wir in Göteborg an. Auf dem Weg in den Hafen passieren wir ein weiteres Kreuzfahrtschiff und zwischen uns tummelt sich im Wasser eine Schwanenfamilie - das ist ein Größen-unterschied der besonderen Art! Das Anlegemanöver ist beeindruckend, mit welcher Präzision so ein Schiff in Position gebracht wird. Wir haben noch einen Termin, also wird es erstmal nichts mit dem Landgang. Ein Interview mit Holger Hübner, dem Wackenchef steht an. Das ist ganz spannend und man bekommt gleich Lust auf mehr, nachdem er von den nächsten Plänen berichtet. Dann fröhnen wir noch ein wenig Wellness und genießen eine Full-Metal-Massage im Spa, Entspannung pur - herrlich. Da die Innenstadt von Göteborg einige Kilometer vom Hafen entfernt liegt, sind Shuttlebusse organisiert, doch für uns reicht die Zeit nicht mehr, also gehen wir nur für einen Spaziergang im Hafengelände an Land. Dann wird es laut - Arch Enemy steht auf dem Plan und lässt es krachen. In den Hafengebäuden kann man Physik live erleben, Schallwellen vom Feinsten. Wenn man es nicht besser wüsste, wurde man schwören, daß die Musik irgendwo aus einem der Gebäude kommt, doch weit gefehlt, sie spielen auf dem Pooldeck. Neugierig geworden gehen wir wieder an Deck und lassen uns beschallen. Dann ist eine kleine Siesta angesagt, doch die wird sehr spaßig unterbrochen. Ich öffne die Tür zu unserer Veranda und höre plötzlich Marschmusik. Das muß ich genauer wissen - das ist kaum zu glauben: Am Pier vor der riesigen Schiffswand hat sich eine Blaskapelle mit Tanzmädels aufgebaut und liefert eine bühnenreife Show. Wir alle können ihnen jedoch quasi nur auf den Kopf gucken. Es ist auch schon Zeit für "alle Mann an Bord", so daß niemand mehr rausgehen kann. Das hält die Truppe jedoch nicht davon ab, bis zum Ablegen für unsere Unterhaltung zu sorgen. Ein sehr skurriles Bild!

Weiter geht es mit einem netten Abendessen mit Bülent Ceylan am Nebentisch, bevor wir uns dann Betontod hingeben - "Krach vom Feinsten". Die Nacht wird noch lang, die Cocktails munden und die Musikauswahl ist prima.

Full Metal Cruise 3, Kiel, Kopenhagen, Mein Schiff 1, Bas of Glory

Kiel - Kopenhagen - Freitag, 28.08.2015

Die Nacht war lang, doch das Frühstück ruft und dann wollen wir schließlich auch noch an Land. Kopenhagen begrüßt uns mit Sonnenschein. Nach einem Metal-Frühstück (Ralf verspeist gleich zwei Metal-Omelettes) machen wir uns auf den Weg, Kopenhagen ein wenig zu Fuß zu erkunden. Vom Pier aus ist es nicht weit bis zur kleinen Meerjungfrau, die Touristenattraktion in Kopenhagen. Entsprechend international ist der Volksauflauf, den wir bei dieser kleinen Statue vorfinden. Wir kraxeln weiter, es sind enorm viele Touristen in der Stadt, doch die schwarze Meute fällt auf. Nach ein wenig Sightseeing gehen wir zurück an Bord und erfahren später, daß das dänische Fernsehen auf die "komischen" Gestalten in der Stadt aufmerksam geworden ist und plötzlich am Schiff stand. Dank einer totalen Ausnahmegenehmigung vom flexiblen Kapitän haben sie eine kurze Drehgenehmigung bekommen und so fand sich die Metal Cruise auch im dänischen Fernsehen wieder. Sehr lustig. Am späten Nachmittag gehen die Konzerte wieder los und wir lassen uns von Bühne zu Bühne treiben, es ist sehr bunt gemischt, jedoch immer sehr laut... Während Ralf dann abends in der Skybar Fußball guckt, treffe ich im Treppenhaus auf die Marching Band: Blaas of Glory. Die Holländer sind wirklich ein Hingucker und machen ausgesprochen viel Spaß.

Burscheid-Kiel - Donnerstag, 27.08.2015

Um 6.04 Uhr startet unser Zug in Leverkusen. Schon beim Umstieg in Düsseldorf begegnen uns die ersten Metaller und das soll sich auf der gesamten Strecke bis Kiel nicht mehr ändern. An jedem Bahnhof steigen "verdächtige" Gestalten in entsprechender Kluft ein und so nach und nach wird es im Zug immer "dunkler" was die Kleidung betrifft und gleichzeitig steigt die Stimmung. Als wir schließlich den Hauptbahnhof in Kiel erreichen, bewegt sich eine schwarze Meute auf den Ausgang zu und wird doch etwas argwöhnisch betrachtet. Doch das stört uns nicht, die Vorfreude steigt, der Fußweg zum Kai ist überschaubar und dort haben sich schon einige Passagiere gesammelt. Wir kommen rechtzeitig, das Einschiffen begindnt in wenigen Minuten. Freudengesang hallt durch das Terminal, wir sind mittendrin in der Metal-Welt. Stilecht bekommen wir ein Bändchen, damit es sich auch wirklich nach Festival anfühlt. Die Kabinen sind erst ab 15.00 Uhr verfügbar, also suchen wir uns zunächst ein Plätzchen im Restaurant und gönnen uns ein kleines Mittagessen mit wunderbarem Blick auf das Terminal, wo wir die ankommenden Gäste beobachten können. So finden sich Passagiere, die stilecht in der Stretchlimousine anreisen vereint mit anderen, die die Fahrradrikscha bevorzugen. Viele haben sich besonders herausgeputzt, die Stimmung ist toll. In der Kabine finden wir dann ein Survival-Pack der besonderen Art, ausgestattet mit Sonnenbrille, Regencape, Ohrstöpseln, Halstabletten, Kondomen usw. So fühlen wir uns gleich bestens ausgestattet und studieren neugierig das Programm. Zunächst müssen wir noch die Seenotrettungsübung mitmachen, das ist Pflicht für alle und da kennt man kein Pardon. Nachdem dies geschafft ist, machen wir uns auf zur Auslaufshow mit Santiano, doch Petrus meint es nicht so gut mit uns. In guter diesjähriger Wacken-Manier regnet es Bindfäden - egal, es macht trotzdem Spaß. Zum Abendessen verspeisen wir frisch zubereitete Pasta, dann wollen wir weiter, das Programm ist doch sehr reizvoll. So lassen wir uns von Bühne zu Bühne treiben und gönnen uns um 23.00 Uhr noch ein bißchen Comedy mit Bülent Ceylan im Theater.